Wer am Donnerstag so gegen Abend um das Holzhausenschlösschen herumstrich und dann auf einer Bank vor dem Wasser ruhte, konnte Lieder hören.
Es waren Lieder, die aufhorchen ließen und es machte Spaß, einfach sitzen zu bleiben und zu lauschen. Ein Täuberich rannte gurrend hinter einer Täubin her, wahrscheinlich ging es um Liebe, dann kamen sie näher, so als ob sie es gewohnt seien gefüttert zu werden. Es ist wirklich ein schönes Plätzchen. Und ich träumte von all dem, was nicht in Erfüllung gegangen war. „Wer ist das?“, fragte jemand, der zufällig vorbeikam und in Richtung Schlösschen zeigte. Irritiert wachte ich auf.
„Es ist der Neeber-Schuler Chor. Er singt Lieder zum Thema ´Liebe, die nie vergeht`“, antwortete ich.
Der Mann, der gefragt hatte beschloss, das Konzert aus nächster Nähe mit zu erleben und ich folgte ihm.
Wir überschritten den Steg bis zum Eingang, aber die Tür war verschlossen, genauso wie vorhin, als ich es probiert hatte.
Aber das schreckte ihn nicht ab.
Er klingelte mutig und wir waren drin.
Liebevoll begleitete uns eine Dame nach oben und dann hörten wir Lieder, Lieder die Mut machen, Lieder, die Schmerz ausdrücken – ein Mann hat sich aus Liebeskummer mit Glas seine Lippen zerschnitten.
Aber was soll ´s. So ist das halt mit der Liebe. Nach dem Konzert ging, wer Lust hatte, noch ein wenig bei immer noch hochsommerlichen Temperaturen im Park spazieren.
Der Täuberich und die Täubin waren nicht mehr zu sehen, aber so manch schmusendes Liebespaar.
Leitung: Dr. Helmut Bartel www.neeber-schuler-chor.de
Heinrich-von-Gagern-Gymnasium
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